Sponsorenlauf 2017

Sonne, Sport und Solidarität

Die Sonne geht am Freitag morgen über der Prismaschule

Der Schulleiter Raoul Schlösser

etwas anders auf als sonst: Den grauen Betonboden haben Schülerinnen mit bunter Kreide ausufernd verziert und vor den letzten grauen Wolken der vergangenen Regentage zeichnet sich ein ganz kleiner Regenbogen ab. Die Mädchen bemerken ihn und machen Fotos mit ihren Handys. Der Regenbogen entsteht bekanntlich durch Lichtbrechung, ein Prisma also. Die Realität schreibt manchmal die unwahrscheinlichsten Drehbücher.

Und auch der Blick ins Foyer ist ungewohnt: Tische und Stühle wurden im Foyer aufgestellt, Obst zerkleinert, Zettel aufgehangen. Das wird kein normaler Schultag, soviel steht fest. Doch noch ist alles ruhig.

Nach dem ersten Unterrichtsblock mit ganz regulärem Unterricht ziehen die Schüler sich um und der Geräuschpegel nimmt langsam zu. Überall im Gebäude ähneln sich die Gespräche.

„Wie viele Sponsoren hast du?“ „Ich habe drei A4-Zettel mit Sponsoren gesammelt.“ Ich hab nicht so viele, aber mein Onkel gibt mir 5 € pro Runde.“

„Ehrlich? Weiß der auch, dass man die Runden auch gehen kann?“ „Ne, und der wird sich später auch ganz schön wundern. Fünfzig Euro will ich mindestens zusammenkriegen.“

Spaß beim Laufen…

Wie an vielen anderen Schulen auch findet am Freitag, den 22.9.

an der Prismaschule ein Sponsorenlauf statt. Die Schulen sammeln damit Geld, anteilig für einen guten Zweck und für Neuanschaffungen.

Dafür Laufen die Schüler (und auch einige Lehrer) möglichst viele Kilometer.

Wie das genau geht können die Schüler am besten erklären:

… und Spaß beim Stempeln

„Wir sollten Freunde, Eltern oder Bekannte fragen, ob sie uns pro gelaufener Runde einen Betrag ihrer Wahl spenden.

Je mehr Spender man findet desto mehr Geld bekommt man pro Runde. Bei einigen von uns hat sich ein richtiger Wettkampf entwickelt, wer die meisten Sponsoren findet.“

Als vor einigen Wochen der Sponsorenlauf angekündigt wurde sah die Stimmung bei den Schülern noch anders aus. Die einen hatten keine Lust auf Sport, die anderen fanden es „unfair“, dass sie das Geld nicht für sich behalten können. Davon ist beim Start um 10 Uhr nichts mehr zu spüren. Als die Jahrgänge 5 – 7 an den Start gehen, stehen die „Großen“ bereits an der Laufstrecke, bereit sie anzufeuern.

Als das Startsignal endlich gegeben wird ist der Lärm bis weithin zu hören. Von lautem Jubel, Klatschen bis zu Sprechchören à la „Wir wollen euch laufen sehen“, ist alles dabei.

Und es wirkt: Eine Stunde lang holen die „kleinen“ Läufer alles aus

sich heraus, sie gehen, spazieren, rennen und humpeln Runde um Runde, um sich möglichst viele Stempel zu holen.

Wasserstand der Stadtwerke

Zwischendurch werden sie mit Wasser und Obst versorgt. Beides findet reißenden Absatz. Das Wasser stellen die Stadtwerke zur Verfügung, das Obst haben die Eltern des Fördervereins, ebenfalls aus Spendenmitteln, bereitgestellt.

Jetzt reißen die Kinder den ehrenamtlichen Helfern die Äpfel undBananen beinahe aus den Händen. Fast hätte es nicht ganz gereicht, doch dann gibt die Mensa noch

unverkaufte, belegte Brötchen mit dazu. Heute helfen eben alle, wie sie können.

Nach der Pause werden die Rollen getauscht: Jetzt laufen die „Großen“, die Jahrgänge 8 – 9, und die kleinen feuern sie an. Und als gäbe es einen Wettbewerb

Obst vom Förderverein

um

den lautesten Jubel legen sich die „Kleinen“ jetzt richtig ins Zeug: Das Megafon, dass zu Beginn noch in der Hand des Schulleiters war, ist jetzt unter der Kontrolle einiger Jungs aus dem fünften Jahrgang. Die Mädchen brauchen keins, sie sind auch so laut genug und kreischen um die Wette. Hinter der Stempelstation hat sich eine Gasse gebildet bis zum Hoftor und auf einmal halten alle ihre Hände den Läufern entgegen um sich abklatschen zu lassen. Immer wieder müssen die Lehrer die Schüler zurückbitten, damit die Läufer überhaupt noch durchkommen.

Sprechchöre

 

Irgendwann setzt sich die Müdigkeit aber durch und der Jubel verebbt. Die Zuschauer verteilen sich bereits ermattet auf dem Schulhof, als das Anfeuern plötzlich wieder zunimmt.

Ein Junge im Rollstuhl wird durch die Gasse geschoben und die Kinder der Prismaschule jubeln ihm zu. Runde um Runde schieben die Helfer

 

ihn mit den anderen um die Schule und jedes mal werden es mehr Hände, die sich ihm entgegenstrecken. Ironisch-theatralisch wischt sich der Sitzende den Schweiß von der Stirn, damit hat er das Publikum endgültig für sich

gewonnen.

„Wie viel Geld zusammengekommen ist müssen wir in den nächsten Tagen noch ermitteln,“ so der

Schulleiter Raoul Schlösser, „aber der Erfolg ist für mich das Gemeinschaftsgefühl, was wir heute erlebt haben. Das lässt sich mit Geld gar nicht messen.“